Trommler und Pfeifer als Guggenmusiker

Es wurde bereits erwähnt, dass die zwei prominenten Guggenmusiken "Jeisy Migger-Guggemuusig" und "46er Guggemuusig" von Cliquenfasnächtlern gegründet wurden, die am Dienstag auf eine andere Art Fasnacht machen wollten. Ähnliches ist auch von anderen Formationen zusagen. So zirkulierte am "stillen Dienstag" ab etwa 1935 ein Zug mit Trommeln, Pfeifen, Trompeten und Blechkesseln durch die Altstadt, zusammengesetzt aus Mitgliedern der renommierten "Basler Mittwoch-Gesellschaft", und 1938 und 1939 zogen Mitglieder der Olympia als Guggenmusik durch die stillen Gassen. Zwei Gründe, wie ein guter Fasnächtler plötzlich Guggenmusiker werden kann, führt Robert B. Christ (Fridolin) in einem Zeitungsartikel 1949 an: Zum einen sei die Stadt zu gross geworden, um noch intrigieren zu können, und zum andern sei mancher "nur noch mit drei Vierteln seines Fasnachtsherzens bei der Clique, wo ihm Sujet, Kostüm, Laune, Märsche und Marschroute ordnend vorgeschrieben sind", doch "die Fasnacht will heraus, und sie will spielen". Zwei der insgesamt 13 Guggenmusiken, die 1967 die IG-Gugge bildeten, waren durch Cliquen-Angehörige gegründet worden. Je eine weitere Guggenmusik wurde ins Leben gerufen durch Stammgäste einer Wirtschaft, durch Schulkollegen und durch Quartierkollegen, während vier anderen Guggenmusiken von Sportvereinen resp. einer Pfadfinderabteilung gegründet wurden. Einmal werden auch "einige handfeste Glaibasler Fasnächtler" genannt. Zwei Musiken entstanden durch Abspaltung, und eine setzte sich schliesslich aus Leuten zusammen, die vor allem auf dem Inseratenweg gesucht worden waren. Von diesen 13 Guggenmusiken dürfen zwei auf eine Entstehung vor dem Zweiten Weltkrieg zurückblicken: "Negro-Rhygass" (1927, neu gegr. 1948 und 1958; immer gleicher Initiant) und "Orginal-Chnulleri" (1936). Die Entstehungsgeschichten dieser IG-Guggenmusiken zeigen ungefähr alle klassischen Fälle. Bezüglich der Integration von Zuzügern spielen die Guggenmusiken keine unwesentliche Rolle. Der Beitritt zu einer Guggenmusik ermöglicht ihnen, sofern sie nicht Trommel und Piccolo spielen können, aktiv an der Fasnacht teilzunehmen. Wohl eher als bei Cliquen dürfen auch beide Geschlechter in der gleichen Musik mitmachen und den "Plausch" haben.

 

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